Stadtgärtnerei Rorschach - Bluemehüsli

Es ist ein alter Brauch - wo produziert wird kauft man auch! 

Orte die gut tun und der Wandel in der Bestattungskultur

 

Im Jahre 2012 durften wir anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Friedhofs Rorschach die Ausstellung "Orte die gut tun" zu uns nach Rorschach holen. Die Ausstellung hat in Deutschland bereits mehrmals stattgefunden und zeigt der Wandel in der Bestattungskultur und will den Menschen den klassischen Friedhof wieder näher bringen.

 

Die Bestattung vor 100 Jahren war nicht einfach ein Abschied des Verstorbenen im engsten Familienkreis. Nein, es war vielmehr ein Abschied hinter dem das ganze Dorf stand. Der Verstorbene wurde bei sich zu Hause aufgebahrt, so dass sich das ganze Dorf verabschieden konnte. Anschliessend wurde er mit einem Trauerzug, bei dem alle Dorfbewohner dabei waren, bis zum Friedhof gebracht, wo er dann beerdigt wurde. Der Pfarrer war anwesend und sprach Gebete.

Heute ist vieles anders. Durchleben wir doch heute einen großen Wandel in unseren Kulturen und Religionen. Nebst Katholiken und Reformierten möchten auch immer mehr Muslimen, Orthodoxen oder Anhänger anderer Religionen bestattet werden. Und dies am liebsten auf Ihre, von Tradition und Brauch geprägten Art. Auch gibt es immer mehr Menschen, welche aus der Kirche austreten, sich dann aber trotzdem auf dem Friedhof bestatten lassen möchten.

Der Trend (siehe unten) zeigt auch, dass eine Erdbestattung, wie es früher normal war, je länger je weniger in Frage kommt. Man will (oder wird) doch lieber anonym in einem Gemeinschaftsgrab beigesetzt, oder die Asche wird irgendwo, im See, auf dem Lieblingsberg oder unter dem Apfelbaum im Garten verstreut. Auch gibt es heute in der Zeit von Facebook und Twitter bereits einige virtuelle Friedhöfe.

Trotz all dieser Veränderungen wollen wir den Leuten den Friedhof wieder näher bringen. Wenn ein Mensch im engen Familienkreis stirbt, hat man innerhalb kürzester Zeit sehr vieles zu erledigen und zu entscheiden. Unter anderem legt man fest, wo der Verstorbene beigesetzt wird, ob es eine Erdbestattung oder eine Urnenbestattung geben soll, ob es ein einzelnes Reihengrab gibt, oder ob die Urne doch eher ins Gemeinschaftsgrab geht. Vielfach urteilt man zu schnell, und man vergisst, dass nach der Beerdigung und dem „Liichämöhli“ für die Hinterbliebenen das Leben weiter geht und die Trauer immer noch da ist. Dass man dann einen Ort braucht, wo man sich zurückziehen kann, wo man sich dem Verstorbenen nahe fühlt. Einen Ort, an dem man Erinnerungen teilt und der einem Hilft, mit der Trauer umzugehen und diese zu bewältigen.

Man kann unseren Angehörigen einige dieser vielen Entscheidungen abnehmen. So hat jeder die Möglichkeit, diverse Dinge vor dem Tod zu Regeln. Sei dies ein Testament, eine Patientenverfügung oder die mündliche oder schriftliche Information an die Familienmitglieder, wie und wo man gerne bestattet werden möchte. 

Dies sind alles Dinge, die bestimmt keiner gerne tun will oder an die man als quickfideler Mensch gar nicht denken mag. Doch der Tod gehört zu jedem Leben dazu...